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Geschichte des Luzerner Sinfonieorchesters
Als sinfonischer Klangkörper mit einem breiten und stilsicher gepflegten Repertoire hat das Luzerner Sinfonieorchester (LSO) heute eine Ausstrahlung erlangt, die weit über seine engere Heimat hinaus reicht. Es macht mit CD-Einspielungen und Gastspielen international von sich reden und pflegt in Luzern ein Konzertangebot mit sorgfältig und originell konzipierten Programmen. Als «Orchestra in Residence» bietet es im von Jean Nouvel erbauten Luzerner Kultur- und Kongresszentrum KKL verschiedene Abonnementsreihen an und begleitet am Luzerner Theater sämtliche Musikproduktionen (Oper, Musical, Operette).
Seit der Saison 2004/05 ist John Axelrod Chefdirigent des LSO. Er steht in einer Reihe namhafter Dirigenten, die das spezifische Potenzial eines mittelgrossen, weltoffenen und flexiblen Orchesters zu nutzen wussten und es mit ihren charakteristischen Persönlichkeiten prägten. Zu ihnen gehörten in der jüngeren Vergangenheit Marcello Viotti, Olaf Henzold, Jonathan Nott und Christian Arming.
In seiner 200jährigen Geschichte wurde das LSO zu einem wesentlichen Pfeiler für Luzerns Renommee als Musikstadt. Gleichzeitig weiss es aber auch die Spielräume zwischen Tradition und Innovation kreativ zu nutzen. Dank inhaltlich stringent konzipierten Programmen ist ihm und seinem Publikum die Pflege zeitgenössischer Musik längst selbstverständlich geworden. Programmschwerpunkte rücken zudem besondere Phänomene der Musikgeschichte in den Fokus: So widmet das LSO derzeit mehrere Konzerte dem Typus der komponierenden Interpreten (Composer-Performers) und etabliert mit der Reihe «Tönende Sphären» eine Konzertform mit spartenübergreifender Thematik (Film, Tanz, bildende Kunst). Es scheut auch nicht die Berührung mit populärer Musik bis hin zu «Classical-Rock»-Konzerten und zeigt sich experimentierfreudig etwa bei «Soundart»-Projekten mit Mitteln der Elektronik. Und dem klassisch-romantischen Repertoire widmet es sich mit wacher Neugier: Die Fokussierung auf einzelne Komponisten (Zyklen zu Bernstein, Haydn und Schumann) vertiefen das Verständnis, der Blick auf Repertoire-Raritäten wie die Werke Franz Schrekers erweitern den Horizont massgeblich.
Das LSO vergibt Kompositionsaufträge (2005 an Michael Gordon und Thomas Larcher), führt 2006 einen Kompositionswettbewerb durch und bietet internationale Dirigierkurse an (2005 mit Bernhard Haitink). Gastspiele führten das LSO in jüngster Zeit nach Strasbourg, Luxembourg, München, Zürich, Basel und Bern.
Zwischen den gewichtigen philharmonischen Orchestern der Weltmetropolen und den stilistisch gebundenen Spezialensembles hat sich das Luzerner Sinfonieorchester heute in einer Position etabliert, in der es sich dank seiner Beweglichkeit, Vitalität und interpretatorischen Kompetenz ein eigenständiges Profil erarbeiten konnte. Dies weckt auch das Interesse des CD-Markts: Für das renommierte Label Nimbus Records (Produzent: Michael Haas) sind gegenwärtig mehrere Einspielungen geplant, u.a. mit Werken von Franz Schreker und Leonard Bernstein.
www.sinfonieorchester.ch
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