«Britten hat dann die opera séria Tradition aus Italien ganz brillant parodiert, es macht richtig Spass, wenn dann diese Handwerkstruppe ihr Schauspiel aufführt, das ist wirklich humorvoll und gut gemacht. (…) Howard Arman hat die Feinheiten, die es gibt, das feine Klanggespinst, was vor allem im ersten und zweiten Akt herrscht, sehr genau herausgearbeitet, sehr analytisch auf der einen Seite aber auch sehr farbig und sehr kontrastreich auf der anderen.»
Deutschlandradio Kultur, 09.09.2011
«Musikalisch vermag das Luzerner Ensemble einmal mehr zu begeistern. Die relativ kleine Orchesterbesetzung Brittens kommt den Dimensionen des Hauses entgegen. Das Luzerner Sinfonieorchester unter Howard Arman breitet einen ungemein transparenten Klangteppich aus, die lautmalerischen, zauberhaften Elemente blühen herrlich auf, die karikierenden Einschübe und Referenzen Brittens an Purcell oder die italienische Oper werden von den Musikerinnen und Musikern mit erlesener Akkuratesse ausgestaltet. Ein musikalisches Glanzlicht setzen die Elfen mit ihrem wunderbar einen Gesang: Die grandiose Leistung der Knaben- und Mädchenkantorei Luzern (Einstudierung Eberhard Rex) kann nicht hoch genug gewürdigt werden. Deren Königspaar wird vom weich und wahrlich traumhaft phrasierenden Altus von Alexander Schneider als Oberon und der ihre feenhaften Koloraturen so selbstverständlich sauber und ausdrucksstark aneinanderreihenden Titania von Sumi Kittelberger verkörpert. Mit jugendlichen, unverbrauchten und glänzend disponierten Stimmen singen Caroline Vitale (Hermia), Simone Stock (Helena) und Carlo Jung-Heyk Cho (Lysander). (…) Am Athener Hof lassen dann die Stimmen von Szymon Chojnacki als Theseus (welch herrlich sonorer Bassbariton!) und Marie-Luise Dressen als Hippoyta (ein dunkel funkelnder Mezzosopran) aufhorchen. Auf deren kommende Auftritte in Luzern darf man wirklich gespannt sein.»
www.oper-aktuell.info, 10.09.2011
«Die Herbstzeitlose Heidi Maria Glössner,souveräner Stargast in dieser Produktion zur Eröffnung der Opernspielzeit, schlurft misslaunig am vorderen Bühnenrand umher, die Zigarette in der einen Hand, den Staubwischer in der andern. Eine Art Hauswartin, die mit Schmirgelstimme notdürftig für Ordnung sorgt und der sogar der Elfennachwuchs auf die Nerven geht. Dabei mischen die Kinder der vorzüglichen Luzerner Kantorei mit ihrem Versteckspiel hinter dem wallenden Tüllvorhang diesem Clash der Generationen von Anfang nicht Elfenzauber, aber erfrischende Spielfreude bei. (...) Die Lyrismen der Partitur, mit zauberischen Farben und viel Streicherschmelz ausgekostet, sind grosse Klasse. Und wo Britten den Sängern freien Lauf gewährt, schiesst das gar zur grossen Oper auf und verdichtet sich in der Nachtstimmung am Ende des zweiten Akts zur Hypnose. (…) Dabei sind gerade sie es, die Handwerker, die dem Abend ohne Wenn und Aber zu hinreissenden Höhepunkten verhelfen: Ihre Auftritte, die rund um Marc Olivier Oetterli (jetzt als Gast in der Rolle des Zettels) lauter träfe Charakterköpfe versammeln, sind Kabinettstücke an darstellerischer wie musikalischer Komödiantik. Schon ihretwegen ist diese Aufführung trotz allem Wenn und Aber ein Muss.»
Neue Luzerner Zeitung, 11.09.2011
«Aber neben der feenhaften Schönheit ist der «Sommernachtsraum» vor allen Dingen eine Komödie. Schon die Vorlage von William Shakespeare, aber auch die Umsetzung, die Benjamin Britten und sein Freund Peter Pears im Jahr 1959 vornahmen, ist über weite Strecken denkbar witzig. Da braucht es die Fähigkeiten und Detailarbeit eines guten Regisseurs, um die Komik des grottenschlechten Handwerkertheaters zum Leben zu erwecken. Das gelang Schulin virtuos. Mit detailreicher Personenführung und vielen Ideen liess der den Klamauk zu seinem Recht kommen, nach Kräften unterstützt von einem Ensemble, das schon wiederholt seine komödiantischen Fähigkeiten bewiesen hat. Diesmal war es Utku Kuzuluk, der den Vogel abschoss und als gehemmte Thisbe mit Bühnenambitionen eine hinreissende Travestienummer abgab, noch verstärkt durch den Mut, seinen Tenor absichtlich schrill, schräg und falsch klingen zu lassen. Aber auch Marc-Olivier Oetterli machte als Zettel und verzauberter Esel beste Figur, wie das ganze kompakte Luzerner Opernensemble einmal mehr überzeugte.»
Südostschweiz am Sonntag, 11.09.2011
«Das Beste aber ereignete sich im Graben: Howard Arman, neuer Musikalischer Leiter des Hauses, konnte und wollte seine Affinität zu seinem Landsmann Britten nicht verleugnen. Süsse Streicherkantilenen wechselten sich ab mit charakteristischen «Britten-Instrumenten» wie Celesta, Cembalo, Harfe und Xylofon: Irdisches neben Ätherischem. Das kostbare, fein differenzierte und subtil auf die Ebenen der Handlung bezogene Klanggeflecht spannte Arman in einem weiten, tragenden Bogen.»
Tages-Anzeiger, 12.09.2011
«Der neue Luzerner Musikdirektor Howard Arman setzt auf lichten Klang und Transparenz, was die Einleitung eher spröd denn mysteriös wirken lässt; in der Folge findet das Luzerner Sinfonieorchester indessen zu einem farbenreichen Spiel, das in der Opernpersiflage beim Auftritt der Handwerker gipfelt. Dieser Truppe sind die szenischen Höhepunkte des gelungenen Abends zu verdanken, kann doch der Regisseur Alexander Schulin auf ein spielfreudiges Ensemble zählen, das Flurin Caduff als Peter Squenz nur mit grösster Not zu zähmen vermag. Marc-Olivier Oetterli geht in der Rolle des Zettel stimmlich wie darstellerisch auf, während Utku Kuzuluk eine umwerfend komische Thisbe abgibt, die zu ihrem Pyramus nicht kommen kann. (…) Zu studieren gibt es jedenfalls einiges in diesem zeitlosen Verwirrspiel, wo in prächtigen Roben aus Shakespeares wie auch Brittens Epoche geschmeichelt und gestritten, gezickt und umarmt, umgarnt und gelitten wird. Prekäre Beziehungsmuster zeigen sich allenthalben, bei Hippolyta (facettenreich: Marie-Luise Dressen) und Theseus (mit sonorem Bassbariton: Szymon Chojnacki) ebenso wie bei Titania (intensiv: Sumi Kittelberger) und Oberon (Alexander Schneider mit makellos geführtem Alt) oder den jungen Liebespaaren, welche die lebenserfahrene Heidi Maria Glössner als Puck in zusätzliche Verwirrung bringt. Von der Qualität des Luzerner Ensembles zeugen Caroline Vitale (Hermia), Carlo Jung-Heyk Cho (Lysander) und Simone Stock (Helena) (…) Und nicht zu vergessen die Knaben- und Mädchenkantorei Luzern, die mit ihren hellen Stimmen ein silbernes Schimmern in die Spätsommernacht bringt.»
Neue Zürcher Zeitung, 12.09.2011
«Aber neben all der königlich-feenhaften Schönheit ist der «Sommernachtsraum» vor allem eine Komödie. Schon die Vorlage von Shakespeare, aber auch die Umsetzung, die Britten und sein Freund Peter Pears 1959 vornahmen, ist über weite Strecken denkbar witzig. Da braucht es die Fähigkeiten und Detailarbeit eines guten Regisseurs, um die Komik des grottenschlechten Handwerkertheaters zum Leben zu erwecken.Das gelang Schulin virtuos. Mit detailreicher Personenführung und vielen Ideen liess er den Klamauk zu seinem Recht kommen, nach Kräften unterstützt von einem Ensemble, das schon wiederholt seine komödiantischen Fähigkeiten bewiesen hat. Diesmal war es Utku Kuzuluk, der den Vogel abschoss und als gehemmte Thisbe mit Bühnenambitionen eine hinreissende Travestienummer abgab, noch verstärkt durch den Mut, seinen Tenor absichtlich schrill, schräg und falsch klingen zu lassen. Aber auch Marc-Olivier Oetterli machte als Zettel und verzauberter Esel beste Figur wie das ganze kompakte Luzerner Opernensemble einmal mehr überzeugte.»
Musik&Theater, November 2011