«Regisseurin Ivna Žic, 1986 in Zagreb geboren, in Basel und Zürich aufgewachsen, inszeniert das Stück des 1980 in Bergen auf Rügen geborenen Autors als szenisch-sprachliche Choreografie. Sie setzt auf genau bemessene Abläufe auf der leicht ansteigenden, sich in die Tiefe verjüngenden Bühne von Martina Mahlknecht. Die Kostüme von Sophie Reble verwischen im Angleichen die Individualitäten, die Geschlechter. Es ist ein Jedermanns-Spiel, es geht ums System, nicht um seine Ausgestaltung. Und doch setzen die fünf Schauspieler eigene Noten: Jörg Dathe kraftvoll mit einer Spur Zynismus, Wiebke Kayser ernüchtert mit einem Schuss Ironie, Jürg Wisbach souverän mit einem Hauch sympathischer Wärme. Marie Ulbricht gibt die Blasse, die es noch nicht ganz glaubt, wie mit ihr verfahren wird, bringt noch ein wenig glühenden Idealismus auf, der von einem anderen Leben träumt. (...) Das hat Witz – und es hat Schärfe.»
Neue Luzerner Zeitung, 16. Januar 2012
«Der junge Autor Oliver Kluck widmet sich mit seiner neusten Produktion dem Wahnsinn der Arbeitswelt und der damit verbundenen Ohnmacht, die sich nicht selten in ungebremster Wut entlädt. Zum wiederholten Mal bewies das Ensemble des Luzerner Theaters schauspielerische Brillanz. (…) Die Sprache präsentiert sich unverschämt, eckt an und geht über den banalen Humor hinaus. Geschickt verwischt Oliver Kluck die Grenzen zwischen Comedy und Satire. Dieser Mann versteht es anzuklagen, sich zu beschweren und es bereitet ihm offensichtlich Genugtuung. Tatsächlich verfasste der Autor zahlreiche Beschwerdebriefe, bevor er sein Talent der Bühne widmete. Der Schrecken eines jeden Vorgesetzten.»
kulturteil.ch, 16. Januar 2012
«Die Inszenierung der 26-jährigen Regisseurin Ivna Žic überzeugt. Sie hat den Text des preisgekrönten Autors auf die zwei Darstellerinnen und drei Darsteller aufgeteilt, mal im Monolog, mal im Chor. Feste Rollen gibt es keine, alle sind Daniel, gleichzeitig aber auch alle andere Figuren. Die karge Bühne im UG im Stadthaus vestärkt die Wirkung des Stücks ebenso wie die Musik von Lea Letzel.»
Radio DRS, 15. Januar 2012
«Die in Kroatien geborene und in der Schweiz aufgewachsene Regisseurin Ivna Žic inszeniert Klucks Textkonvolut - das wie die Dramen von Elfriede Jelinek keine Rollen vorsieht - wie ein Satzballet: Die Darsteller wechseln zwischen einstimmigen Monologen und mehrstimmigen Wortkonzerten, 'mal synchron, 'mal versetzt wie ein Kanon. Das ist kunstvoll gemacht und ermöglicht, die dem Text inhärente Kraft zu vergegenwärtigen. Für die Spieler - Samuel Zumbühl, Marie Ulbricht, Jörg Dathe, Jürg Wisbach und Wiebke Kayser - ist das eine ungeheure Herausforderung, die sie aber tadellos meistern.»
Schweizerische Depeschenagentur, 15. Januar 2012
«Für die Luzerner Inszenierung hat der Autor Oliver Kluck den 2010 entstandenen Text denn auch überarbeitet. Geblieben aber ist diese offene Textfläche, die klingt, als breche sie in Echtzeit, in ätzendem Affekt hervor. Es gibt hier zwar so gut wie keine Dialoge, aber es gibt einen Plot und eine klar umrissene Hauptfigur. Doch ihre Biografie erscheint nur als Zündschnur zum Burnout der arbeitsteiligen Massen. (…) Über alles gesehen, hat Ivna Žic einen konzentrierten, gelegentlich brutalen und gerade durch seinen Ernst auch kurios komischen Theaterabend eingerichtet.»
Tages-Anzeiger, 14. Januar 2012