«Im ganzen Zelt im Stadthauspark dominierten Stoffbahnen in Rot-Gelb-Weiss-Schwarz und Grün. Der Rahmen schien zusammen mit den Kostümen (Sabin Fleck) wie geschaffen für ein farbiges und knalliges Treiben, das man gerne mit Offenbach verbindet. (...) Auch das Publikum jedenfalls sollte einstimmen in das vom Violinsolo (vorzüglich: Judith Müller) angestimmte Lied «0 welch ein Glück, dass es den Vizekönig gibt» und teilnehmen am Geburtsfest für den Alleinherrscher, der sich inkognito unter seine Untertanen mischt und nach einem hübschen, jungen Mädchen Ausschau hält.(...) Am ehesten über stimmliches Potenzial verfügte Jörg Dathe als Don Andres de Ribeira, Vizekönig von Peru, und sein Gesangsvortrag verband sich mit der Darstellung wirklich zu einer Figur von Offenbachs Gnaden mit all ihren bizarren Widersprüchen. Bald weinerlich, bald grosssprecherisch, grausam und lüstern, bald grosszügig und gnädig spannte er den Bogen von Beginn an über den zweiten und dritten Akt hinweg. Hier kam das Geschehen stärker in Fahrt und erklomm in der Gefängnisszene mit dem alten Gefangenen (Christoph Künzler) einen echten Höhepunkt, bevor die erzwungene Zusammenführung des Strassensängerpaars, das sich nochmals seine Liebe gesteht, den Abend menschlich berührend beendet. Auch das Premierenpublikum kam nun aus sich heraus und klatschte begeistert.»
Neue Luzerner Zeitung, 5.09.2011